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Malen von Fotos als Malvorlage

von Ernst Grillhiesl
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Diese Anleitung über das Malen mit Hilfe von Fotovorlagen wird mit freundlicher Genehmigung von Ernst Grillhiesl an dieser Stelle veröffentlicht. Auf der Website von Ernst Grillhiesl findet Ihr diese und noch weitere Anleitungen über das Malen mit Aquarellfarben: Aquarellmalerei Ernst Grillhiesl

Im Zeitalter der digitalen Fotografie ist es eine Leichtigkeit Unmengen von "Referenzfotos" zum Thema zu knipsen, um selbige als Malvorlage zu verwenden.
Bei der analogen Kamera hatte man da jeweils tief in die Tasche zu greifen, wenn einige Filme zur Entwicklung angestanden haben. Ergo beschränkte man sich auf die nötigsten Aufnahmen.

Selbst hatte und habe ich ebenfalls dieses Problem. Was aber im Nachhinein gar nicht so schlecht war, denn man disziplinierte sich bei der analogen Schiene und fotografierte nicht wie wild digital in der Gegend herum. Zehn bis zwanzig Aufnahmen, je nach Motiv natürlich, sind heute keine.

Beim Verwenden einer Digitalkamera kann man unbrauchbares Material sofort löschen zum Einen und zum Anderen, wenn eine Zoomeinrichtung vorhanden, auch direkt das Motiv während des Malens genauestens betrachten kann und nicht unzählige Aufnahmen von Details notwendig macht.

Gerade bei Kirchen oder Kapellen bzw. bei allen religiösen Bauwerken ist besonderer Augenmerk auf Details zu legen (siehe Bild links). Man sollte sich nicht täuschen lassen, dass die Menschen ihre Kirche nicht in- und auswendig kennen würden.

Malvorlagen
Aquarell eines älteren Bauwerks

Nicht ganz so dramatisch beim Malen mit Hilfe von Malvorlagen ist es bei diesen maroden Bauwerken, auf absolute Detailtreue zu achten (wie im Bild rechts). Trotzdem sollte es im eigenen Interesse liegen, hier etwas Sorgfalt walten zu lassen. Es könnte ja einmal dokumentarischen Wert besitzen und da ist eben "Präzision" gefragt.

Im Bild links sieht man ein typisches Beispiel für genaues Arbeiten nach einer Malvorlage, das mir persönlich sehr entgegen kommt. Details sollten für meinen persönlichen Geschmack noch erkennbar bleiben, um gewisse Elemente stilistisch oder anderweitig interessant zu identifizieren oder zuzuordnen. In diesem Fall sind es beispielsweise die unterschiedlich breiten, senkrechten Pfeiler und die einheitlich gefertigten Fensterbögen.

Beim Verwenden von Fotovorlagen aus dem analogen Bereich war das immer ein Lotteriespiel, ob die Abzüge auch alle in Ordnung waren. Über- oder Unterbelichtungen waren an der Tagesordnung oder im schlimmsten Fall gar nichts auf dem Negativstreifen.

Sehr peinlich, weil das Motiv in dieser Konstellation nie wieder zur Verfügung gestanden hat. Jeder Schnappschuß war bekanntlich ein Unikat. Je nach Fabrikat hatte man Schwierigkeiten mit der farblichen Tönung des Filmmaterials. Kodak tendierte leicht ins kühle, bläuliche, während Agfa eher in der warmen, rotstichigen Ecke zu Hause war.

Heute kann man dieses Manko unmittelbar am Rechner mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm umgehend beheben und wenn der Monitor gut kalibriert ist auch sofort einen brauchbaren Ausdruck erstellen. Aber genau an Letzterem scheitert oftmals das ganze Unternehmen. Alles was wir auf dem Bildschirm sehen, muss der Drucker noch lange nicht ausspucken.
Farbverschiebungen, Tonwerte nicht optimal eingestellt, Unschärfe und viele weitere Dinge mehr, die wir heute entsprechend einstellen und korrigieren können. Bis hin zu neuen Kompositionen eines Motives, das wir so nicht im Original bekommen haben. So gesehen kann das digitale Malvorlagenmaterial sowohl Segen wie Fluch sein.

Die eigentliche Problematik bei der Verwendung von Fotos als Malvorlagen besteht darin, vor allem bei Fremdmaterial, also Bilder die man nicht selbst geknipst hat (dazu gehören selbstverständlich auch Malvorlagen aus Zeitschriften und sonstigen Publikationen), dass man die entsprechende Atmosphäre, Stimmung und bestimmte Details nicht mehr wahrnimmt. Wichtige Elemente, ohne die ein Bild u. U. leblos wirken kann.
Selbst fotografiertes Material ist noch lange in Erinnerung und lässt sich bei der Umsetzung abrufen, so zumindest ergeht es mir. Ich kann noch nach 20 Jahren bei einem Bild die Stimmung oder Gerüche nachfühlen, die damals geherrscht haben.

Ein weiteres Manko bei der Verwendung von Fremdmaterial als Malvorlage, dass im Grunde nichts mehr an eigener Gestaltung enthalten ist. Der Fotograf hat mir quasi schon alles abgenommen, was eigentlich mein Part gewesen wäre bei der Suche nach einem passenden Motiv.
Ich lege beim selbst erstellten Foto den Ausschnitt fest, die Stimmung im Bild in dem ich auf Licht und Schatten achte und einige Dinge mehr, die eben beim fremden Material nicht mehr von mir selbst festgelegt werden.
Speziell in der Landschaftsmalerei oder bei architektonischen Motiven kann das interessant oder gar wichtig sein, je nach dem wie realistisch ich male.

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