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Kräftegleichgewicht in der Bildkomposition

von Markus Agerer
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In diesem Online-Fotokurs möchte ich Euch eine weitere Methode vorstellen mit der Euch ästhetische Fotokompositionen gelingen. Ich bezeichne dieses Gestaltungsprinzip das "Kräftegleichgewicht".

Es ist natürlich, dass das menschliche Auge bei der Betrachtung eines Bildes automatisch nach einem gewissen Gleichgewicht sucht. Dies entspricht wahrscheinlich unserem natürlichen Verständnis und dem Streben nach Harmonie. Wenn das Auge dieses Gleichgewicht findet, wirkt eine Fotografie ästhetisch auf uns.

Um den Grundsatz des Kräftegleichgewichts in der Fotografie begreifbar zu machen, stellt man sich am Besten eine Waage vor. Wenn auf beiden Seiten der Waage gleich große Gewichte liegen, ist die Waage ausgeglichen. Bei unterschiedlichen Gewichten muss das größere Gewicht näher zum Mittelpunkt der Waage rücken oder das leichtere Gewicht weiter nach außen rücken. In der Physik würde man hier von einem Kräftegleichgewicht sprechen; bzw. den Hebelgesetzen.


Kräftegleichgewicht in der Bildkomposition
Gleichgewicht nach dem Hebelgesetz - Vergleich zu Waage

Bei einer Fotografie entsprechen die Bildobjekte unseren Gewichten, die idealer Weise im Gleichgewicht zueinander liegen. Bei einem harmonischen Gleichgewicht innerhalb des Fotos können die Bildobjekte entweder in einem symmetrischen oder einem unsymmetrischen Gleichgewicht stehen.

Symmetrisches Gleichgewicht
Von einem symmetrischen Gleichgewicht spricht man, wenn beispielsweise zwei gleiche Bildobjekte in einer Fotografie je zur linken und rechten liegen.

Unsymmetrisches Gleichgewicht
Bei einem unsymmetrischen Gleichgewicht hat man mit unterschiedlich großen, schweren oder starken Bildobjekten innerhalb einer Fotografie zu tun. Hier sollte ein Kräftegleichgewicht über die beschriebenen physikalischen Gesetze angestrebt werden - also die besagten Hebelgesetze. D.h. durch geschickte Positionierung können große Bildelemente in ein harmonisches Gleichgewicht zu kleinern gebracht werden.

Da symmetrisch aufgebaute Fotografien vom Betrachter oftmals als langweilig empfunden werden, eignet sich vor allem das unsymmetrische Gleichgewicht dazu spannungsreiche Fotografien zu erstellen. Um als Fotograf ein solches Gleichgewicht in der Realität zu finden, braucht man selbstverständlich viel Gefühl, Erfahrung und ein geschultes Auge.
Auf der anderen Seite wirken manchmal auch gerade solche Fotografien als besonders interessant, bei denen gerade dieses Kräftegleichgewicht nicht vorhanden ist. Das Auge sucht danach und da es nicht zu finden ist, betrachtet man das Bild vielleicht besonders ausgiebig.

Hier einige Fotos, in denen ich selbst versucht habe das Gestaltungsprinzip des Kräftegleichgewichts anzuwenden:

Bildkomposition Gleichgewicht Auf dem Foto links sieht man ein Beispiel für ein unsymmetrisches Gleichgewicht. Der Mann stellt das kleine Gegengewicht zum großen steinernen Block dar.

Im Bild rechts sieht man ein mehr oder weniger symmetrisches Gleichgewicht innerhalb der Fotografie. Dabei stellt der Eingang des Reichstagsgebäudes das linke Gewicht und der Christbaum das rechte Gewicht dar.

Bildkomposition Gleichgewicht
Bildkomposition Gleichgewicht In diesem Foto hat man wiederum eher ein unsymmetrisches Kräftegleichgewicht. Der rote Stern entspricht darin dem kleineren Gewicht, während das Fragment der Berliner Mauer das größere Gewicht darstellt. (Das Foto entstand außerdem am Checkpoint Charlie in Berlin.)


Wie oder ob man den Gestaltungsgrundsatz des Kräftegleichgewichts in der Fotografie einsetzt, bleibt also jedem selbst überlassen. In jedem Fall kann es uns weiterhelfen interessante, spannende und ästhetische Fotos zu erstellen.

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