Tricks für's Abzeichnen

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Markus
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Tricks für's Abzeichnen

Beitragvon Markus » Mo 10. Mär 2008, 19:41

Hi Kunstfreunde!

Ich möchte in diesem Beitrag alle möglichen Tricks für's Abzeichnen sammeln. Also alles was das Abzeichnen erleichtert.
Wenn genug Stoff zusammen ist, mache ich vielleicht mal eine eigene Anleitung für die Website daraus :roll: .

Ich fange mal mit ein paar Tricks an, die mir gerade einfallen:

1. Projektor:

Mit einem Projektor kann man das Bild, das man abzeichnen möchte, an die Wand werfen. Wenn man ein Blatt Papier oder eine Leinwand an die Wand legt, braucht man nur noch das projizierte Bild abzeichnen. Entweder man verwendet einen Tageslichtprojektor (wie in der Schule) dafür, oder einen TV-Projektor (z.B. auch in Verbindung mit einem PC).

Vorteil dieser Technik ist, dass man das Bild beliebig vergrößern oder auch verkleinern kann. Und die Technik ist relativ einfach und erzielt gut Ergebnisse.
Nachteilig ist jedoch, dass man erst einen Projektor brauch und der ist wohl etwas teuer.

Die Idee ist außerdem keinesfalls neu. Bereits um das Jahr 980 machte z.B. der Araber Alhazen erste Versuche mit der sogenannten Camera Obscura (lat. Camera = Gewölbe; Obscura = Dunkel). Dabei handelt es sich um einen dunklen Raum, in den durch ein kleines Loch Licht einfällt. Auf der gegenüberliegenden Wand, auf der die Lichtstrahlen auftreffen, entsteht dadurch ein auf dem Kopf stehendes Abbild der Außenwelt. Dieses Abbild kann durch diese Technik abgezeichnet werden.

Mehr über die Camera Obscura findet Ihr z.B. bei Wikipedia

2. Leuchttisch:

Eine Methode, mit der man super-einfach abzeichnen kann, ist der Leuchttisch. Das ist ein Tisch mit einer Glasplatte und einer darunter liegenden Lampe. Man kann das Bild, von dem man abzeichnen möchte einfach auf den Tisch legen und den Malgrund (also das Zeichenpapier) darüber. Wenn man nun die Lampe einschaltet, scheint das Licht durch die Vorlage und das Zeichnpapier und man kann einfach von der Zeichenvorlage abpausen.

Der Vorteil ist, dass man damit sehr gute Ergebnisse erzielen kann und das Ganze sehr einfach ist. Man muss schließlich nur die Konturen nachziehen und abpausen ist ja wirklich sehr leicht 

Diese Methode zum Abzeichnen hat allerdings auch einige Nachteile. Zum einen ist ein richtiger Leuchttisch teuer. Außerdem muss die Vorlage – also das Bild von dem abgezeichnet werden soll – die gleiche Größe haben wie das Bild, das man zeichnen möchte. Und noch etwas: Der Malgrund muss durchleuchtbar sein. D.h. man kann nicht auf einen dicken Karton oder einer Leinwand zeichnen.

Man kann sich einen solchen Leuchttisch auch selber bauen. Man nimmt einfach eine Glasscheibe und mehrere (Holz-) Klötze, um die Glasscheibe hochzusetzen. Unter die Glasscheibe muss man nur noch eine Lampe legen und schon ist der Leuchttisch fertig. Man muss nur aufpassen, dass man beim Abzeichnen die Glasscheibe nicht durchdrückt und das Ding zerbricht.

Und noch ein Tipp: Man kann auch ein Fenster als Leuchttisch benutzen. Zumindest solange draußen die Sonne schein ;-).

Jetzt seid Ihr dran! Was kennt Ihr noch für Tipps und Tricks für’s Abzeichnen (bevor mir noch was einfällt)?

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Markus
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Re: Tricks für's Abzeichnen

Beitragvon Markus » So 18. Mai 2008, 15:58

Wenn Euch nix einfällt folgen nun noch ein paar Tipps für's Abzeichnen von mir ;) :

3. Bildschirm:

Die Bildschirm-Methode ist soz. eine billige Form des Leuchttisches. Anstatt des Leuchttisches kann man nämlich einfach einen Fernseher oder Computerbildschirm zum Abzeichnen hernehmen :shock: . Man muss das Bild, das man abzeichnen möchte, einfach nur in digitaler Form parat haben. Man lässt es dann einfach am Bildschirm anzeigen und legt (bzw. klebt) ein Blatt Papier auf den Bildschirm. Der helle Bildschirm durchleuchtet dann das Papier und man kann das Bild einfach abzeichnen oder besser gesagt durchpausen.

Wenn der Bildschirm nicht genug Leuchtkraft hat, kann man ihn entweder heller einstellen oder man macht den Raum dunkler - Licht aus :idea: . Außerdem könnt Ihr Euer Bild sogar vergrößert abzeichnen indem Ihr das Bild in Eurem Computer vergrößert. Wenn man das tut muss man eben nur das Zeichenpapier öfters verrutschen – also etwas aufwendiger als bei einem großen Leuttisch aber dafür günstiger.
Ach ja, passt bei Flachbildschirmen auf, dass Ihr nicht zu fest aufdrückt ;-) .

Hmm... mal sehn was mir noch einfällt... :geek:

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Re: Tricks für's Abzeichnen

Beitragvon Markus » So 18. Mai 2008, 16:03

So, gleich noch einen Trick zum perfekten abzeichnen hinterher :arrow:

4. Fenster:
Das Fenster ist noch mal ein billiger Leuchttisch mit dem man Bilder super abzeichnen kann. Auch hier pinnt man einfach das Bild, das man abzeichnen möchte, an das Fenster und legt das Zeichenpapier darüber. Jetzt kann man einfach abpausen. Naja, draußen muss es hell sein – sollte klar sein :-D.

Nachteil ist, dass man nur 1:1 von der Zeichenvorlage abzeichnen kann. Ansonsten ist es eine einfache und kostengünstige Abzeichen-Methode.

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Re: Tricks für's Abzeichnen

Beitragvon Markus » Sa 14. Jun 2008, 11:56

So und jetzt die letzten beiden Methoden fürs Abzeichnen, die mir noch einfallen :)

5. Raster-Methode:
Eine weit verbreitete Methode Bilder abzuzeichnen ist die Raster-Methode. Hierbei zeichnet man vom Originalbild mit Hilfe von einem Raster ab.
Das sieht in der Praxis so aus, dass man auf dem Originalbild (von dem man abzeichnen möchte) ein schachbrettartiges Karo-Raster aufzeichnet. Auf dem Papier, auf dem das Bild gezeichnet werden soll, zeichnet man nun das gleiche Raster auf wie auf dem Foto. Das gleiche Raster heißt in diesem Fall, dass man die gleiche Zahl an Zellen bzw. Kästchen aufzeichnet, aber nicht zwangsläufig mit der gleichen Kästchengröße.

Zum Beispiel könnte man ein Foto in 4x5 gleichgroße Kästchen aufteilen. Also 4 Kästchen in der Höhe und fünf in der Breite, jenachdem welches Format das Foto hat. Am besten verwendet man Quadratische Raster, das ist am einfachsten. Der Zeichenkarton erhält die gleiche Aufteilung, 4x5 Kästchen. Dabei kann die Zeichnung auch ganz einfach vergrößert oder verkleinert werden.

Durch das Raster wurde das Bild nun in mehrere Bereiche unterteilt - man könnte auch sagen, in mehrere kleine Einzelbilder. Die Raster-Linien geben dem Zeichner eine sehr gute Orientierungshilfe auch bei schwierigen Objekten und Poportionen. Die Orientierung bekommt man hauptsächlich durch die Umrisse der Bildobjekte, welche die Linien des Rasters schneiden.

Vorteil der Rastermethode ist, dass sie keine Kosten verursacht, da man keine zusätzliche Ausrüstung benötigt. Außerdem kann man Bilder vergrößern und verkleinern.
Der Nachteil ist, dass man sich selbst dabei mehr „anstrengen“ muss. Durchpausen ist eben doch etwas einfacher. Der Zeitaufwand ist bei der Raster-Methode aber sicherlich größer.
6. Pauspapier:
Und jetzt die schätzungsweise bekannteste Methode abzuzeichnen: Das Pauspapier.
Mit dem Pauspapier haben wir meistens in der Schule abgezeichnet. Es ist ganz einfach. Man benötigt lediglich ein Pauspapier oder irgend ein anderes Papier, das so durchsichtig ist, dass man ein darunter liegendes Bild durchsehen kann. Man legt das Pauspapier auf das Bild, das man abzeichnen möchte und… tja, paust eben einfach durch ;-) .

Der Vorteil ist, dass man beim Abpausen mit Pauspapier sehr gute Ergebnisse erzielt. Es ist eine sehr einfache Weise etwas abzuzeichnen und verursacht keine großen Kosten.
Nachteil ist, dass man dabei nicht auf einen Zeichenkarton abzeichnen kann. Man benötigt ein dünnes Papier, das einigermaßen durchsichtig ist. Außerdem kann man Bilder mit dieser Abzeichenmethode nicht vergrößern oder verkleinern. Ein Bild wird dabei einfach 1:1 kopiert.

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Re: Tricks für's Abzeichnen

Beitragvon candy » Do 25. Sep 2008, 18:09

Danke für die tollen "Tricks für`s Abzeichen".. ich habe gleich das Abzeichnen an meinem Laptopbildschrim ausprobiert.. klappt echts super :P
"Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."

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Re: Tricks für's Abzeichnen

Beitragvon Markus » Do 25. Sep 2008, 20:44

*love* danke

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Re: Tricks für's Abzeichnen

Beitragvon Spuna » Fr 26. Sep 2008, 16:10

Hey Leute,

hier mal mein Trick für Zeichenkarton (auf die ist mein Freund gekommen, he, he).

Zuerst altbekannte Methode: Bild mit Leuchttisch oder sonst was auf ein Blatt Papier abzeichnen (mit dünnem gehts am besten), das Blatt umdrehen und hinten Spiegelverkehrt nochmals abzeichnen (muss aber ein weicherer Bleistift sein, ca. B8).
Dann das Blatt mit der spiegelverkehrten Seite nach unten auf den Zeichenkarton legen und evtl. dort fixieren. Nun mit gleichem Bleistift auf der Oberseite kräftig übers Blatt malen, damit entsteht auf dem Zeichenkarton der gewünschte Abdruck. Ist vielleich ein bisschen aufwendiger, aber es lohnt sich bei manchen Bildern.

Hoffe ich habs einigermaßen verständlich erklärt.

Liebe Grüße
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Re: Tricks für's Abzeichnen

Beitragvon Acrylator » Di 28. Okt 2008, 10:44

Ich hab mir eine Vitrine gebaut und hab als Deckel oben auch ne Glasplatte genommen.
Auf dem dritten Bild sieht man gut, daß man die Vitrine als Leuchttisch nutzen kann.

http://home.arcor.de/schmock78/Vitrine/slides/DSCF2392.html
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Re: Tricks für's Abzeichnen

Beitragvon Ledix » Mi 8. Jul 2009, 04:02

Ich habe mich für die monitor sachen entschiden aber irgendwie bekomme ich das nicht hin!
wenn ich ein bild aussuche und dann ein blatt pappier drüber lege sehe ich nicht mehr so viel!

Danke schon mal im voraus

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Re: Tricks für's Abzeichnen

Beitragvon Sven » Fr 10. Jul 2009, 15:02

Wenn man ein Blatt Kohlepapier (gibt es sowas heute überhaupt noch ? Sonst ein Platt Papier mit weichem Bleistift schwärzen) auf das Blatt Papier, auf dem ihr malen wollt, legt und darüber dann eine Vorlage, die ihr zeichnen wollt, könnt ihr die Konturen mit einem Stift nachziehen und die Kohle/die Bleistiftschwärze des geschwärzten Bogens überträgt das Motiv auf euer Zeichenblatt.
Geht zwar auch nur 1 zu 1, aber man kann sich die Vorlage ja auch größer oder kleiner ausdrucken oder kopieren.


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