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Künstlerportrait – Vincent van Gogh

28. August 2013 | von admin

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Vincent Willem van Gogh* war ein in den Niederlanden geborener Maler, der heutzutage als der Begründer der modernen Malerei gilt und nahezu 900 Gemälde und weit über 1000 Zeichnungen hinterließ. Anders als viele andere Maler aus dem 19. Jahrhundert, war van Gogh zu Lebzeiten weitestgehend erfolglos, erst mehr als 100 Jahre später konnten seine Werke Weltruhm und spätere Rekordpreise bei Auktionen erzielen. Besonders prägend ist die Zeitspanne seiner Werke: alle bekannten Zeichnungen und Gemälde entstanden zwischen 1880 und 1890, also in den letzten 10 Jahren seines Lebens.

Van Goghs Leben

Geboren wurde van Gogh in Groot-Zundert in der Provinz Nordbrabant, wo er als Sohn eines Pfarrers am 30. März 1853 das Licht der Welt erblickte. Seine Heimat spiegelt sich in einer Vielzahl seiner Werke wider, die ihm selbst auch als Inspiration und Antrieb diente. Der Künstler unterlag in seiner Kindheit den strengen christlichen Werten, was aufgrund der engen Verbundenheit der Familie zur Niederländisch-Reformierten Kirche auch kaum verwunderlich ist. Der eigenbrötlerisch angehauchte Künstler verließ die Mittelschule aus unbekannten Gründen und fing später eine Ausbildung in der Kunsthandlung Goupil & Cie an. Das damals bedeutende Unternehmen versetzte ihn früh von Den Haag nach London, wo eine nicht erwiderte Liebe den Künstler in tiefe Depressionen stürzte, die wenig später als Anlass genommen wurden, um ihn von London in Frankreichs Hauptstadt Paris zu versetzen.

Seine eigenwillige Art verhalf van Gogh in Paris zu einem wenig rühmlichen Ruf, denn sowohl als Künstler als auch als Mensch verabscheute er jegliche Art von Heuchelei und zog sich immer mehr in religiöse Ansichten zurück, welche in seinem Beruf als Verkäufer wenig förderlich waren. Dieser Umstand zog letztendlich die Kündigung von Seiten der Kunsthandlung nach sich. Er übte sich dann als Prediger, wurde aber von verschiedenen Kirchen mehrfach zurückgewiesen, was van Gogh dazu bewegte, sich vollständig von der Kirche abzuwenden. Im Herbst 1980, nach mehrfacher beruflicher Ablehnung, entschloss van Gogh sich Maler zu werden – damals im Alter von 27 Jahren. Sein Bruder Theo kam in den Folgejahren für seinen Lebensunterhalt auf.

Besuch Paul Gauguins und das Ende

Der Künstler wurde nach 1880 zunehmend von Depressionen und Wahnvorstellungen geplagt, die ihn schließlich, nach einem Streit mit seinem befreundeten Künstler, Paul Gauguin, dazu bewegten einen Teil seines linken Ohres abzuschneiden. Der Besuch Paul Gauguins war für Vincent van Gogh sehr wichtig. Um ihn zu beeindrucken malte der Künstler mehrere Ölgemälde, mit denen er seine Wohnung vor dem Eintreffen von Gauguin schmückte. In dieser Zeit entstanden auch viele der berühmten Sonnenblumen-Gemälde.

Zwölf Sonnenblume in einer Vase, von Vincent van Gogh
Zwölf Sonnenblumen in einer Vase, Ölgemälde von Vincent van Gogh (August 1888) (Replikat)

Nach seiner Selbstverstümmelung wurde van Gogh am 8. Mai 1889 in die privat geführte Nervenheilanstalt von Saint-Rémy eingewiesen und mehrere Wochen behandelt. Seine Depressionen (damals fälschlicherweise als Epilepsie gebrandmarkt) kehrten jedoch stets wieder. Er verließ die Anstalt bereits im Hebst, da er sich dort wie ein Gefangener fühlt und zog daraufhin nach Auvers.

Nachdem er 1890 in einen Schaffensrausch in Auvers verfielt, bei dem mehr als 140 Werke innerhalb von rund 2 Monaten angefertigt wurden, nahm er sich am 27. Juli schließlich das Leben. Die Beweggründe sind weitestgehend unbekannt, einige Theorien besagen, dass er eine Wertsteigerung der eigenen Werke zu Gunsten seines Bruders erzielen wurde, andere berichten über eine erneute nicht erwiderte Liebe.

Die Werke und Malweise von Vincent van Gogh

Van Gogh malte schnell und ohne größere Korrekturen, dabei war ihm nicht daran gelegen die bloße Realität wiederzugeben, sondern viel mehr charakteristische Motive und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Seine bekannten Werke sind unter anderem die berühmten „Sonnenblumen„, die „Sternennacht„, „Zypressen“ und das Portrait von Eugène Boch. Von einigen seiner Gemälde und Zeichnungen wurden mehrere Versionen angefertigt, die er jedoch immer „vor dem Motiv“ anfertigte. Van Gogh war also kein Künstler, der aus der Erinnerung oder Vorstellung malte, sondern stets mit dem originalen Abbild im Blick. Die Gemälde entstanden oft in nur einer Sitzung und gehören somit zum Gebiet der Primamalerei.

Farben wurden von ihm nahezu immer unverdünnt aufgetragen, dabei entwickelte er eine Technik, in der er mehrere Linien, teils in Form von Wellen und Spiralen, nebeneinander platzierte, um seinen Werken so mehr Leben und Atmosphäre zu verleihen. Der Farbauftrag ist sehr pastos – der Künstler wendete also die Impasto-Technik mit Ölfarben an.

Sonnenblumen-Gemälde van Gogh Malweise
Großaufnahme eines Sonnenblumengemäldes mit erkennbarer Maltechnik

Eine klassische malerische Ausbildung hat er nie genossen, sein Können lehrte er sich komplett selbst in autodidaktischer Form. Nach aktuellen Erkenntnissen habe van Gogh* zu Lebzeiten lediglich ein bis zehn Werke verkauft, ausgestellt wurde er wohl lediglich dreimal.


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